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Aktuelles

18.12.2011 / Achtung Erbschleicher

Die “Servicezeit“ des WDR berichtete kürzlich über das immer haufiger auftretende Phänomen der sogenannten Erbschleicherei.
Laut Duden ist eine Erbschleicher jemand, der auf unmoralische oder widerrechtliche Weise versucht, in den Besitz einer Erbschaft zu gelangen. Und laut der “Servicezeit“ des WDR gibt es hiervon in letzter Zeit wohl immer mehr. Als Rechtsanwalt mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Erbrecht kann ich dies bestätigen.
Meist verstoßen die Erbschleicher nicht wirklich gegen Gesetze. Vielmehr versuchen Sie, sich nach und nach für den schon betagten Erblasser unentbehrlich zu machen. Sie gewinnen zunächst sein Vertrauen durch regelmäßige Hilfeststellungen in Haushalt und Garten. Allmählich sind sie ständig zugegen, sie kaufen ein, kochen, putzen und gestalten die Freizeit der meist alleinstehenden älteren Personen. Wenn die Kinder, Nichten und Neffen anrufen, ist meist nicht die Oma oder die Tante, sondern die „freundliche Person aus der Nachbarschaft“ am Telefon. Selbst bei Familienbesuchen sind die „hilfsbereiten und netten Unterstützer“ immer dabei. Systematisch versuchen sie, den zukünftigen Erblasser von der eigenen Familie zu entfremden und sich als einzige Vetrauensperson zu etablieren.
Und dies alles mit der Hoffnung verbunden, später einen großen Anteil des zu vererbenden Vermögens abzubekommen.
Sobald sie das Vertrauen gewonnen haben, schrecken die Erbschleicher daher auch nicht davor zurück, die älteren Menschen offensiv zu einem sich selbst begünstigenden Testament zu überreden. Argumentiert wird häufig damit, dass sich die eigene Familie sowieso nicht kümmert und das Erbe damit nicht verdient hätte. Und man selbst durch die bisherige uneigennützige Hilfsbereitschaft das Erbe ja eigentlich schon erarbeitet hätte.
Juristisch gesehen kann man nach dem Erbfall kaum noch etwas machen. Häufig bleibt lediglich die seltene und schwierige Möglichkeit, das Testemant im Nachhinein wegen Testierunfähigkeit anzufechten.
Ich kann daher allen älteren Menschen nur anraten, sich neue Vertrauenspersonen sehr genau auszuwählen. Die Familienangehörigen sollten bei den dargestellten Anzeichen von ständig sich in den Vordergrund drängenden Helfern hellhörig werden und frühzeitig entsprechend reagieren.
Aber Achtung vor allzu schnellen Verdächtigungen. Nicht jeder hilfsbereite Nachbar ist ein Erbschleicher.

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