Achtung Erbschleicher

Die “Servicezeit“ des WDR berichtete kürzlich über das immer haufiger auftretende Phänomen der sogenannten Erbschleicherei.
Laut Duden ist eine Erbschleicher jemand, der auf unmoralische oder widerrechtliche Weise versucht, in den Besitz einer Erbschaft zu gelangen. Und laut der “Servicezeit“ des WDR gibt es hiervon in letzter Zeit wohl immer mehr. Als Rechtsanwalt mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Erbrecht kann ich dies bestätigen.
Meist verstoßen die Erbschleicher nicht wirklich gegen Gesetze. Vielmehr versuchen Sie, sich nach und nach für den schon betagten Erblasser unentbehrlich zu machen. Sie gewinnen zunächst sein Vertrauen durch regelmäßige Hilfeststellungen in Haushalt und Garten. Allmählich sind sie ständig zugegen, sie kaufen ein, kochen, putzen und gestalten die Freizeit der meist alleinstehenden älteren Personen. Wenn die Kinder, Nichten und Neffen anrufen, ist meist nicht die Oma oder die Tante, sondern die „freundliche Person aus der Nachbarschaft“ am Telefon. Selbst bei Familienbesuchen sind die „hilfsbereiten und netten Unterstützer“ immer dabei. Systematisch versuchen sie, den zukünftigen Erblasser von der eigenen Familie zu entfremden und sich als einzige Vetrauensperson zu etablieren.
Und dies alles mit der Hoffnung verbunden, später einen großen Anteil des zu vererbenden Vermögens abzubekommen.
Sobald sie das Vertrauen gewonnen haben, schrecken die Erbschleicher daher auch nicht davor zurück, die älteren Menschen offensiv zu einem sich selbst begünstigenden Testament zu überreden. Argumentiert wird häufig damit, dass sich die eigene Familie sowieso nicht kümmert und das Erbe damit nicht verdient hätte. Und man selbst durch die bisherige uneigennützige Hilfsbereitschaft das Erbe ja eigentlich schon erarbeitet hätte.
Juristisch gesehen kann man nach dem Erbfall kaum noch etwas machen. Häufig bleibt lediglich die seltene und schwierige Möglichkeit, das Testemant im Nachhinein wegen Testierunfähigkeit anzufechten.
Ich kann daher allen älteren Menschen nur anraten, sich neue Vertrauenspersonen sehr genau auszuwählen. Die Familienangehörigen sollten bei den dargestellten Anzeichen von ständig sich in den Vordergrund drängenden Helfern hellhörig werden und frühzeitig entsprechend reagieren.
Aber Achtung vor allzu schnellen Verdächtigungen. Nicht jeder hilfsbereite Nachbar ist ein Erbschleicher.

Meine neue Erbrechtsseite geht online

Endlich ist es soweit. Es hat natürlich doch etwas länger gedauert als erwartet. Aber so viele erbrechtliche Inhalte zu formulieren, braucht eben seine Zeit.
Ich hoffe, der Arbeitseinsatz hat sich gelohnt und die neue Erbrechtsseite gefällt Ihnen. Ich habe mir fest vorgenommen, weitere Inhalte zu einzelnen Erbrechtsthemen zu gestalten und die alten in regelmäßigen Abständen zu überarbeiten. Auf der Seite “Aktuelles” soll zudem mindestens einmal monatlich ein neuer Artikel eingefügt werden. Es lohnt sich also, die Seite regelmäßig zu besuchen.

Wenn Sie Anregungen zu einzelnen Inhalten haben, bestimmte erbrechtliche Themen vermissen oder einfach Ihre Meinung über die Internetseite kundtun möchten: Schreiben Sie mir eine E-Mail. Ich freue mich über jedes Feedback. Jede positive und vor allem jede negative Kritik ist für mich Ansporn, die Internetseite stetig zu verbessern.

Auf diesem Wege möchte ich mich nochmals für das Design und die Ausrichtung dieser Erbrechtsseite bei Sonja Radke und ihrem Team von smart interactive bedanken. Erst durch ihre individuelle und kompetente Beratung konnte dieser – jedenfalls für mich – gelungene Internetauftritt entstehen.

Es lohnt sich also immer, einen Berater zu Rate zu ziehen, der sich in einem engen Tätigkeitsfeld spezialisiert hat und daher das nötige Know-how mitbringt bzw. die Bedürnisse seiner Kunden genaustens kennt.

Neue Studie zum Thema Erben und Vererben

Die Postbank hat das Allensbach-Institut beauftragt, ein Studie zum Thema Erbschaften in Deutschland zu erstellen. In einer Presseinformation vom 04.05.2011 hat die Postbank einige Befunde der Studie veröffentlicht.

Die Studie bestätigt meine durch langjährige erbrechtliche Beratung gewonnenen Erfahrungen. Erben fördert Streit in der Familie. Bei erstaunlichen 17 %  der Erbschaften in Deutschland kommt es zum Meinungsverschiedenheiten. Tendenz steigend. Schon 26 % der zukünftigen Erben rechnen mit Streit bei der erwarteten Erbschaft. Und je höher die Erbschaft ausfällt, umso größer ist auch das Streitpotential. Häufigtse streitauslösende Ursache ist laut der Studie in 73 % aller Fälle, dass “einige Hinterbliebene sich benachteiligt fühlen”. Wohl 57 % der Befragten gaben an, dass “die Hinterbliebenen schon vor dem Erbfall zerstritten” waren.

Leider bestätigt die Studie auch, dass trotz der immensen Bedeutung des Erbrechts, ein Drittel der Deutschen sich mit erbrechtlichen Begriffen wie z.B. gesetzliche Erbfolge, Testament oder Pflichtteil überhaupt nicht auskennen. Nur bei wenigen 53 % der Erbfälle lag ein wirksames Testament vor.

Daher mein Tipp an zukünftige Erblasser und Erben:
Mit einem professionellen Testament von einem Erbrechtsexperten können Erbstreitigkeiten oft vermieden werden.
Durch eine Beratung kurz nach dem Erbfall bei einem Rechtsanwalt für Erbrecht können Erbstreitigkeiten häufig abgemildert werden.